Sonntag, 14. April 2013

Anleitung: Topflappen häkeln

Topflappen dürfen in keiner Küche fehlen, wenn man sich nicht ständig beim Kochen die Finger verbrennen möchte.
Selbst gehäkelte Topflappen sind nicht nur praktisch und bestenfalls passend zur Kücheneinrichtung, sondern auch ganz leicht und schnell gewerkelt. Bei so vielen Vorteilen kann man doch direkt zwei Paar häkeln, zum Auswechseln =)


Diese Anleitung ist für ein Paar doppelte Topflappen, die die Fingerchen zuverlässig vor heißen Töpfen schützen. Es wird hauptsächlich mit festen Maschen gearbeitet, das Ganze ist also durchaus anfängergeeignet.

Alle Bilder können per Klick vergrößert werden.

Benötigt werden:
- Topflappengarn in drei verschiedenen Farben (oder jedes beliebige andere Garn, solange es aus Baumwolle ist; wir wollen ja nicht, dass uns die Topflappen bei Gebrauch wegschmelzen) Das klassische Topflappengarn hat den Vorteil, dass man es bei 60° waschen kann, dafür ist die Farbvielfalt nicht unbedingt so groß wie bei anderen Baumwollgarnen.
- eine passende Häkelnadel
- eine dicke Nähnadel (zum Fäden vernähen)

Begonnen wird beim Aufhänger: 10 Luftmaschen anschlagen und mit einer Kettmasche zu einem Ring schließen. In diesen Ring werden nun 18 feste Maschen gehäkelt (Bild 1). Der Anfangsfaden kann hierbei mitgeführt und mit umhäkelt werden. Mit einer Kettmasche in die erste feste Masche die Runde schließen.

Bild 1
Ab jetzt wird in Reihen weiter gearbeitet. 
Reihe 1: Eine Luftmasche häkeln, je eine feste Masche in die nächsten vier Maschen häkeln, drei feste Maschen in die nächste Masche und nochmal je eine feste Masche in die nächsten vier Maschen (siehe Bild 2). Mit einer Wendeluftmasche wenden.

Bild 2
M1 bis M3 sind die Mittelmaschen, die alle in eine Masche gehäkelt werden, 1 bis 8 sind die festen Maschen davor, bzw. dahinter.

Reihe 2: Ab jetzt wird in jeder Reihe nur noch in das hintere Maschenglied eingestochen, dadurch entsteht der Welleneffekt.
Je eine feste Masche in die nächsten fünf Maschen, drei feste Maschen in die Mittelmasche, je eine feste Masche in die nächsten fünf Maschen. Mit einer Wendeluftmasche wenden.

Bild 3
Bild 3 zeigt, wie in das hintere Maschenglied eingestochen wird.

Reihe 3: Zur zweiten Farbe wechseln; den Arbeitsfaden der ersten Farbe nicht abschneiden! Der Anfangsfaden der zweiten Farbe kann wieder mitgeführt werden (siehe Bild 3).
Je eine feste Masche in die nächsten sechs Maschen, drei feste Maschen in die Mittelmasche, je eine feste Masche in die nächsten sechs Maschen. Mit einer Wendeluftmasche wenden.

Reihe 4 (und alle weiteren Reihen): Feste Maschen bis zur Mittelmasche arbeiten, drei feste Maschen in die Mittelmasche, feste Maschen bis zum Reihenende. Mit Wendeluftmasche wenden. Nach ein paar Reihen ist es auch nicht mehr unbedingt nötig, mitzuzählen, da sich unter der Mittelmasche kleine Löcher bilden, ist diese gut zu erkennen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann sich die Mittelmasche auch mit einem Maschenmarkierer kennzeichnen.

In jeder ungeraden Reihe wird die Farbe gewechselt, der Faden wird dabei am Rand der Arbeit mitgeführt (siehe Bild 4).

Bild 4
 Bei gewünschter Größe des Topflappens (ich habe je Farbe acht Streifen gehäkelt) den Arbeitsfaden nicht zu kurz abschneiden und durch die Schlaufe ziehen.
Einen zweiten Topflappen in umgekehrter Farbreihenfolge genauso arbeiten (Bild 5).

Bild 5
Nun beide Topflappen so aufeinander legen, dass die Rippen ineinander greifen (die Schlaufen von den mitgeführten Arbeitsfäden sollten dabei an der gleichen Kante liegen).

Mit der dritten Farbe werden nun beide Stücke zusammengehäkelt. Dazu wird an der Stelle begonnen, wo der Aufhänger in den eigentlichen Topflappen übergeht (Bild 6). In die Randmaschen beider Topflappen einstechen und feste Maschen arbeiten.

Bild 6
Einmal rundherum häkeln und die Runde mit einer Kettmasche schließen. Auch hier können sowohl der Anfangsfaden der dritten Farbe als auch die Endfäden der anderen beiden Farben mitgefasst werden.

Um diese Kante habe ich nochmal eine Runde halbe Stäbchen gehäkelt, damit der Rand gleichmäßiger aussieht (und halbe Stäbchen sehen von beiden Seiten annähernd gleich aus). Dafür zwei Luftmaschen häkeln und je ein halbes Stäbchen in jede Masche. Diesmal jedoch nicht den Aufhänger mit umhäkeln, sondern vorher den Faden abschneiden und durch die letzte Schlaufe ziehen.

Faden vernähen, zweiten Topflappen genauso arbeiten, aufhängen und freuen =)




Variationen:
- Der Farbgestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich können die Topflappen auch einfarbig gearbeitet werden. Auch jeden Streifen in einer anderen Farbe stelle ich mir hübsch vor. Breitere Streifen sind auch kein Problem, allerdings sollte man dann die Arbeitsfäden nicht mehr an der Seite mitführen, sondern doch lieber abschneiden.

- Wer einlagige Topflappen häkeln möchte (dann sind sie griffiger, schützen aber nicht mehr so gut vor Hitze). muss nicht zwingend einen Rand häkeln, jedoch sollte man dann bei Streifenmustern die Fäden nicht an der Seite mitführen, sondern nach jedem Streifen vernähen (oder mitführen), sonst sieht der Rand liederlich aus.

- Anstatt des Rands aus halben Stäbchen kann man auch noch eine Runde feste Maschen arbeiten. Oder sich etwas ganz anderes ausdenken; Mäusezähnchen oder ein Muschelrand ist sicher auch sehr hübsch.


Viel Spaß beim Nacharbeiten!
Wenn ihr mögt, hinterlasst doch einen Link zu euren werken in den Kommentaren =)

Kommentare:

Selene hat gesagt…

Danke für die ausführliche Anleitung. :)

QueenofDark hat gesagt…

Danke ich kann immer noch ein paar extra Topflappen gebrauchen. Tolle Farbkombi :)

lykke hat gesagt…

Thanks to this informative instruction with lots of helpful pictures, I could make one easily eventhough I couldn't understand German very well. Vielen Dank!